Juliusspital Würzburg
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Dienst aus Dankbarkeit und Liebe

Würzburg, 17. März 2017 - Vor 500 Jahren veröffentlichte Martin Luther seine Thesen zur Reformation der Kirche. Vor 400 Jahren starb Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn, der Stifter des Würzburger Juliusspitals.

Vor diesem historischen Hintergrund beleuchteten das Diakonische Werk und die Stiftung Juliusspital am Freitagabend in der Pfarrkirche St. Kilian des Juliusspitals das christlich motivierte Engagement beider Konfessionen im sozialen Bereich früher und heute.

Das Symposium startete mit einem ökumenischen Gottesdienst mit Pfarrer Bernhard Stühler und der evangelisch-lutherischen Dekanin Dr. Edda Weise. „Die praktische Nächstenliebe und das soziale, christlich motivierte Engagement verbindet uns seit 500 Jahren bis heute“, sagte Dr. Weise. Diese Besonderheit wollten Diakonie und Juliusspital mit dieser Veranstaltung herausstellen, erklärte Juliusspital-Stiftungsleiter Walter Herberth bei der Begrüßung der Gäste aus Politik, Wirtschaft, Lehre und Geistlichkeit.

„Das Spital als Vorläufer der Krankenhäuser ist eine christliche Erfindung, die heute eher verdrängt wird“, berichtete Professor Dr. med. Dr. phil. Klaus Bergdolt in seinem Referat zum Thema „Medizin und christliche Barmherzigkeit – Die Geburt der Krankenhäuser im alten Europa“. In seinen Studien hatte der Kölner Kunst- und Medizinhistoriker versucht, die Motivation der Gründung von Hospitälern zu eruieren.

Am Freitagabend nahm er die 150 Gäste in der Pfarrkirche St. Kilian des Juliusspitals mit auf eine vollgepackte, historische Reise durch die Spitäler Europas und hob in seinem Referat die Bedeutung der Spitäler als Orte der christlichen Barmherzigkeit heraus. Die Stiftungsurkunde des Juliusspitals weise dabei eindeutig auf die religiöse Motivation Julius Echters hin. „Der religiöse Bezug war in den Spitälern von Anfang an klar und auch die Verpflichtung als Christen, den Armen zu helfen“, sagte Bergdolt. „Wo immer ein Spital errichtet wurde stand im Mittelpunkt der Altar, den die Kranken sehen konnten.“

„Vom Dienst am Menschen zur Dienstleistung. Die christliche Nächstenliebe und die Sozialprofis von heute“. So hatte Michael Bammessel, seinen Vortrag überschrieben. Darin spannte der Präsident des Diakonischen Werkes Bayern den Bogen des Dienstes am Menschen aus selbstloser Nächstenliebe hin zum sozialwissenschaftlichen Leitbild der „Dienstleistung“, die heute das Grundmuster der sozialen Arbeit von Leistung und Gegenleistung sein solle.

Die soziale Arbeit als eine Art Geschäft auf Gegenseitigkeit. Ein Modell, das durchaus positive Seiten wie Wertschätzung und Entlastung für die Mitarbeiter aufweise, zählte Bammessel auf. Allerdings sei die Dienstleistung allein nicht der „Weisheit letzter Schluss“. Der Diakonie-Präsident befürchtet, dass ein so verstandenes soziales Engagement am Ende seine Seele verliere, denn „da mag zwar ein perfekt organisierter Sozialstaat herauskommen – aber die Wärme ist entschwunden.“

Bammessel ist überzeugt, dass christlichen Einrichtungen gerade für Mitarbeiter im sozialen Bereich attraktiver seien als manch andere, weil spürbar werde, dass alle Arbeit und Mühe von einem tieferen Sinn getragen werde. Es sei für diese Werke, Stiftungen und Vereine daher überlebensnotwendig, nicht allein bei der professionellen Dienstleistung stehenzubleiben.

Für Bammessel steht fest: „Wenn wir allein nur das anbieten, wofür wir bezahlt werden, dann verlieren wir unsere Seele.“ Christliche Sozialtätigkeit zeige sich also gerade darin, dass sie über die reine Dienstleistung hinaus immer wieder ein Stück Dienst einbringe – ohne Lohn und vielleicht auch Dank zu erhalten „aber aus Dankbarkeit und Liebe.“

„Viele Menschen hier im Saal arbeiten in diesem Spannungsfeld“, sagte die Dekanin mit einem Blick in die Runde. „Unsere Veranstaltung hat heute die Engel im Himmel erfreut, das sollte für unser weiteres Engagement etwas Zündendes sein.“ Das Zündende gab es für die Gäste dann am Ausgang der St. Kilian Kirch: Streichhölzer mit den Leitlinien „Die Liebe gehört mir wie der Glaube“ (Johann Hinrich Wichern, Theologe und Gründer der Inneren Mission der Evangelischen Kirche) und „Den Mangel der Zeit erkennen und beheben“ (Julius Echter von Mespelbrunn, Gründer der Stiftung Juliusspital).

Der anschließende Stehempfang im Gartenpavillon des Juliusspitals gab Möglichkeit zum persönlichen Gespräch und Austausch mit den Referenten.

Lesen Sie hier gerne auch den Bericht der Pressestelle des Bischöflichen Ordinariatsexterner Link Würzburg