Juliusspital Würzburg
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Jetzt gibt’s keinen „Schwund“ mehr

Sie ist gut 140 Meter lang und verbindet zwei wichtige Punkte unseres Weingutes miteinander: Den Gärtankkeller und das Herzstück unseres Weingutes, den 250 Meter langen Holzfasskeller unter dem Fürstenbau des Juliusspitals.

Im Jahr 1986 war die allererste einfache Weinleitung aus der Mitte der 70er Jahre das letzte Mal ausgetauscht worden. Da umfangreiche Grabenarbeiten durch den Spital-Park und Bohrungen erforderlich waren hatte man sich schon damals für eine Doppelleitung mit Schutzrohren und elektrischer Verbindungsleitungen entschieden. „Zum Glück, denn so konnten wir die Zeit von September 2016, als wir ein Leck in der Leitung feststellten, bis heute mit der noch funktionierenden zweiten Leitung überbrücken“ erklärt Horst Kolesch, der Leiter des Weingutes Juliusspital.

Lochfraß sorgte für "Schwund"

Lochfraß an den Schweißnähten der 30 Jahre alten Leitung aus V2A Stahl hatte leider für deren Durchlässigkeit und damit für „Schwund“ – so nennen die Fachleute der Weinbranche die Weinverluste - gesorgt. Im Mai starteten die Arbeiten zum Leitungstausch. Dabei stellte die „alte“ Leitung Fachleute und Weingutsleiter zwischendurch schon vor Herausforderungen.

Die Leitungen liegen in rund elf Meter Tiefe. Sie steckten zwar jeweils in einem 80 mm Leerrohr, doch wusste niemand, ob man die alte Weinleitung im Holzfasskeller würde stückweise herausziehen können. „Sie hätte sich auch verklemmen können“, gab Kolesch zu Bedenken. Deshalb schweißten die Fachleute der Firma Deutschmann aus Dettelbach beim Rückbau der alten Weinleitung im Tankkeller an die Leitung ein Stahlseil an, das sie als Zugseil für das Einziehen der neuen Weinleitung nutzten. Für die neue Weinleitung schweißten sie dann im Fasskeller 24 sechs Meter lange Rohre aneinander und zogen diese dann Stück für Stück im Tankkeller mit einem Kettenzug ein.

Kurz vor dem Ziel war erst einmal Schluss

Etwa 40 Meter vor dem Ziel war dann aber erst einmal Schluss mit Ziehen, ein deutlicher Widerstand zeichnete sich ab. „Keiner wusste warum oder wo genau. Niemand wollte aber auch stärker ziehen, denn wäre das Zugseil unter tonnenschwerer Last gerissen, hätte man als Folge dessen draußen Aufbaggern müssen“, sagte Kolesch.

Doch unser Weingutsleiter hatte eine Idee: Wir machen eine „Darmspiegelung“ der Weinleitung. Mit einem 50 Meter langem Rohrleitungsendoskop versuchten die Mitarbeiter der Fachfirma Benak aus Rimpar die Ursache des Rohrwiderstands zu erkunden. „Es stellte sich heraus, dass es tatsächlich nur eine Verengung im Schutzrohr war, die überwunden werden konnte“, sagte Kolesch. Erleichterung allerseits, denn das machte eine Grabung und größere Baggerarbeiten überflüssig. Beherzt zog man also stärker am Zugseil und konnte die Verengung so wieder weiten. „Eine Art Dilatation, wie es die Gefäßchirurgen auch machen“, grinst Kolesch. Danach ging alles reibungslos und wie am Schnürchen weiter.

Neue Leitung funktioniert einwandfrei

Die neue Leitung funktioniert einwandfrei, das ergab die Erprobung bei der jüngsten Weinpartie, die vom Fasskeller in die Füllhalle floss. Kolesch ist zufrieden und hofft nun auf weitere mindestens drei Jahrzehnte Funktionstüchtigkeit der neuen Weinleitung, die übrigens 283 Liter feinen Traubensaft fasst.