Juliusspital Würzburg

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Neuer Altar für Mariä Schutz

Volkach/Vogelsburg - Sonntag, 22. Mai 2016 – Die Weihe des neuen Altars in der Kirche Mariä Schutz auf der Vogelsburg markierte am Sonntag den eindrucksvollen Schlusspunkt eines Projekts der Stiftung Juliusspital, das im Herbst 2013 begann und an dessen Ende nun eine Vogelsburg steht, die fit ist für die nächsten Jahrzehnte, dabei aber gleichzeitig ein Ort der Besinnung, des Weinbaus, der Einkehr und der Tradition bleiben wird - ein Bogen, den die Verantwortlichen der Stiftung bei der Generalsanierung der Anlage hoch oben über der Mainschleife mit dem dafür notwendigen Gespür eindrucksvoll gespannt hatten.

Bischof Hofmann weiht neuen Altar

Beim zweistündigen Pontifikalgottesdienst in der neu gestalteten Kirche weihte Bischof Friedhelm Hofmannexterner Link den Ambo, als Tisch des Wortes und Ort inspirierender Kraft für den Alltag. In den neuen Altar setzte er die Reliquien der heiligen Märtyrer Clemens und Theophilus, der Märtyrerin Donata und des Märtyrerpriesters Liborius Wagner ein. Eindrücklich gestaltete sich die Zeremonie auch durch das Besprengen des Altars aus Muschelkalk mit Weihwasser, der anschließenden Salbung mit Chrisam, dem Entzünden und Verbrennen von Weihrauch. „Mit diesem neuen Altar bringen wir der Vogelsburg wieder ihren inneren spirituellen Kern zurück“, betonte der Bischof, der beim Gottesdienst vom juliuspitälischen Pfarrer Bernhard Stühler und Concelebranten aus der Umgebung sowie dem Karmelitenorden unterstützt wurde.

„Ein Projekt dieser Dimension erfordert eine belastbare Finanzkraft des Eigentümers, besonders dann, wenn eine Kirche Teil der Anlage ist“, erklärte Oberpflegamtsdirektor Walter Herberth, der in seiner Festrede die in den vergangenen drei Jahren von der Stiftung geschulterten Maßnahmen kurz Revue passieren ließ. Dank der großzügigen Zustiftung der Familie Wellhöfer im Jahr 2011 konnten die Erlöse der Würzburger Dachboden-Treppenbaufirma zur Finanzierung der Kirche auf der Vogelsburg verwendet werden.

Sicherungsgrabungen erhöhten Kosten der Baumaßnahmen

Die Sanierungs- und Baumaßnahmen im Altbestand der Vogelsburg-Anlage hätten ebenso Überraschungen mit sich gebracht wie die im tatsächlich angefallenen Umfang nicht geplanten Sicherungsgrabungen auf Veranlassung des Landesamtes für Denkmalpflege. Beides habe den geplanten Kostenrahmen um sieben Prozent auf 8,6 Millionen Euro (Sanierung von Restaurant, Hotel und Tagungsbereich) erhöht, sagte Herberth. Allein 300 000 Euro hatte die Stiftung in die Grabungsarbeiten investiert, an denen sich lediglich das Landratsamt Kitzingen mit einem Anerkennungszuschuss von 5000 Euro beteiligte.

Bildhauer Kurt Grimm gestaltete Altar und Sedilien

Die Sanierung des Gotteshauses kostete 1,3 Mio Euro und bestand aus einer Vielzahl von Einzelmaßnahmen im Innen- und Außenbereich – von der Verlegung des Zugangs zur Kirche nach außen bis hin zum völlig neu gestalteten Innenraum, der unter der Prämisse stand, die schlichte Gestaltung der Kirche beizubehalten. Mariä Schutz erhielt unter anderem eine neue Altarinsel, einen Terrazzoboden mit eingelegtem Labyrinth aus Messing und ist nun durch die neue Möblierung mit Einzelstühlen flexibel für die Andacht im kleinen Kreis, für große Festgottesdienste oder auch für Konzerte. Der Bildhauer Kurt Grimm (Kleinrinderfeld) arbeitete den Altar und die Sedilien mit großem Geschick aus einem Muschelkalkstein heraus und fertigte Ambo, Tabernakel und das Ewige Licht aus Messing.

Ein Labyrinth zur Besinnung in der Kirche

„Mit der gewählten Kirchengestaltung und mit dem Labyrinth im Boden möchten wir jedem Besucher der Vogelsburg die Möglichkeit anbieten, im Kirchenraum den Weg zur eigenen Mitte, die Besinnung auf das Wesentliche und die Möglichkeit zur Hinwendung zu Gott zu finden“, fasste Herberth die Intention der Neugestaltung zusammen. Grundlage hierfür sei neben der juliusspitälischen christlichen Prägung die Verpflichtung gegenüber den Augustinusschwestern gewesen, die Vogelsburg als lebendigen Ort der Eucharistiefeier zu erhalten. „Ab sofort findet der sonntägliche Gottesdienst wieder regelmäßig um 8 Uhr statt“, kündigte Herberth in Richtung der Ordensfrauen an.

Der Oberpflegamtsdirektor dankte allen, die zur erfolgreichen Generalsanierung der Vogelsburg beigetragen hatten. „Im Hinblick auf die lange Geschichte der Vogelsburg war uns von Anfang an wichtig, Neues zu gestalten und Altes zu bewahren.“ So wurden unter anderem die sechs vom Bildhauer Willi Grimm und seinem Sohn Fred anlässlich des 50jährigen Jubiläums der Schwestern im Jahr 2007 gefertigten Augustinusstelen als Wegeführung vom Parkplatz bis zur Kirche wieder aufgestellt.

„Wesentliche Prägung hat die Vogelsburg durch den Orden der Karmeliten erfahren, die hier ab dem Jahr 1282 ein Kloster ausgebaut und betrieben haben“, berichtete Herberth. An diese Zeit wollte man erinnern und hatte sich unter Berufung auf allgemein zugängliche Quellen darauf konzentriert, die Madonna aus dem Seitenschiff des Würzburger Käppele wieder auf die Vogelsburg zurückzuholen. „Sie soll nach diversen Fundstellen im 15. Jahrhundert in der Kirche angebracht gewesen sein, was bislang allerdings wissenschaftlich nicht geklärt werden konnte“, so der Stiftungsleiter. Leider habe das Kunstreferat der Diözese Zweifel an dieser Annahme dargelegt.

Ein Platz bleibt frei für das Marienbild

„Wenn nun also ein schriftlicher Beweis für die Herkunft des Marien Bildes gefordert wird und bislang nicht gefunden ist, mussten wir uns weiterhin auf die Suche danach begeben“, sagte Herberth. Professor Dr. Helmut Flachenecker, Lehrstuhlinhaber für fränkische Landesgeschichte an der Universität Würzburg hatte sich bereit erklärt, die Geschichte des Karmelitenklosters auf der Vogelsburg aus der Sicht des Historikers zu beleuchten und hielt den Festvortrag.

Einen kleinen Hoffungsschimmer hatte der Historiker dann doch, denn Pater Franz Josef Grüner hatte die Herkunft Madonna auf dem Käppele aus dem ehemaligen Karmelitenkloster auf der Vogelsburg veröffentlicht, allerdings ohne genaue Quellenangabe. „Vielen Dank für diesen Hoffnungsschimmer“, sagte Herberth mit einem Lächeln. Er kündigte an, dass der Platz in der Kirche Mariä Schutz für die Vogelsburg Madonna in jedem Fall freigehalten werde und die Zeit - und gegebenenfalls weitere Recherchen – würden dann zeigen, welche Figur dort demnächst Verehrung finden werde.

Ein kultureller und geschichtsträchtiger Ort

Die archäologischen Funde, die bei den Grabungen zutage kamen, hatten Schwester Hedwig Mayer, Priorin der Gemeinschaft der Augustinusschwestern, beeindruckt. „Man sieht, an welchem kulturellen und geschichtsträchtigen Ort wir uns hier befinden“, sagte sie. Eine besondere Freude habe ihr die Stiftung mit dem Labyrinth in der Kirche gemacht. Sie dankte den Verantwortlichen des Juliusspitals dafür, dass sie die Vogelsburg mit den Baumaßnahmen im Heute eine Zukunft ermöglicht haben, „das ist für die Vogelsburg eine gesegnete Zeit“.

„Die Vogelsburg ist fertig, was bedeutet sie ist gangbar, sie ist bereit“, fasste Architekt Frank Zumkeller zusammen, der mit seinem Team für den Bereich Restaurant, Hotel und Tagungsräume verantwortlich zeichnete. Er dankte Volkachs Bürgermeister Peter Kornell und Landrätin Tamara Bischof und ihren Mitarbeitern, die bewiesen haben, dass „Bürokratie nichts mit Bürokratismus zu tun habe. Und er bedankte sich bei den Augustinusschwestern, dass sie die Neugestaltung der Anlage „mit großer Geduld ertragen haben“. Architekt Stephan Tittl (Büro SequenzSieben) war für die Kirchenplanung verantwortlich, die er im familiären Zusammenhang mit seinem Großvater Willi Grimm, seinem Vater Kurt Grimm und seinen Onkel Fred Grimm - die alle einen Bezug zur Vogelsburg haben – ausführte.

Vogelsburg ist feste Größe in der Region

Volkachs Bürgermeister bezeichnete es als „Glücksfall und Geschenk“, dass die Stiftung Juliusspital die Vogelsburg in die Zukunft führt und mit dieser „wuchtigen Investition“ fit gemacht hat für die nächsten Jahrzehnte. „Die Vogelsburg ist eine feste Größe an einem Ort, an dem Körper und auch der Geist Nahrung erhalten.“

Dass der Festakt nicht nur aus Reden bestand, dafür sorgten die „Spitalgeister“, der Chor des Juliusspitals zusammen mit der Sopranistin Charlotte Emigholz und Andreas Büttner an der Orgel. Die Sängerinnen und Sänger umrahmten auch den Festgottesdienst musikalisch.

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